Rückblick F&E

Wissenschaftlich fundierte und praxisorientierte Bildungsforschung
Der Leistungsbereich F&E fokussiert darauf, schulische Bildungsprozesse zu verstehen, zu unterstützen und weiterzuentwickeln. Das Erkenntnis­interesse gilt Fragen des Lernens und Lehrens, der Unterrichts- und Schulqualität sowie der professionellen Entwicklung von Lehrpersonen.

F&E beschäftigt sich mit schulischen Sozialisationsprozessen und mit verschiedenen Aspekten des fachlichen und überfachlichen Lernens. Damit leisten die Organisationseinheiten des Leistungsbereichs F&E einen zentralen Beitrag zur wissenschaftlichen Fundierung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Zugleich verstehen sie sich als Impulsgeber für Innovationen in Fachdidaktik und Bildungswissenschaft. F&E adressiert aktuelle und zukünftige Herausforderungen im Bildungsbereich und erarbeitet evidenzbasierte Antworten auf bildungspolitische Fragestellungen sowie auf gesellschaftliche Entwicklungen.

In Zusammenarbeit mit schulischen Partnern sowie mit der wissenschaftlichen Community entstehen praxisnahe Lösungen und Produkte, die Lehrpersonen in ihrer professionellen Arbeit stärken. Im wissenschaftlichen Diskurs engagiert sich F&E mit dem Anspruch, in ausgewählten Themenfeldern nationale und internationale Sichtbarkeit zu erreichen. So verbindet F&E an der PH Zug anwendungsorientierte Forschung mit gesellschaftlicher Verantwortung und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der Bildungslandschaft.

Zu den Projekten und Leistungen der einzelnen F&E-Einheiten:

Professur Mathematisches Denken und Lernen (MaDeL)

  • Die Professur realisierte im Rahmen des Projekts Lernen im Gespräch (LeiG) drei qualitative Studien mit mathematikdidaktischen und interaktionstheoretischen Analysen und veröffentlichte die Ergebnisse in Herausgeberwerken.
  • In einem von swissuniversities geförderten Kooperationsprojekt der Pädagogischen Hochschulen Zürich, St. Gallen und Zug zur Chancengerechtigkeit beim mathematischen Lernen lag der Fokus auf der Verbesserung der Qualität des mathematischen Lernens. Das Ziel bis Ende 2026 ist es, fachdidaktische Produkte zu entwickeln, zu publizieren und in Weiterbildungs- und Dienstleistungsangeboten einzubringen.
  • Die von Innosuisse finanziell unterstützte Auftragsevaluation untersuchte mathematisch ausgerichtete Spiele. Sie ergab zahlreiche Optimierungsvorschläge, da die aktuelle Version kaum zum mathematischen Lernen beiträgt.
  • Die Forschungsaktivitäten der Professur richten sich stark nach dem Leitsatz: Wir forschen mit, über und für die Praxis.» Mit Publikationen im Journal für Mathematikdidaktik und in Herausgeberwerken trägt sie ausserdem zum wissenschaftlichen Diskurs bei.

Professur für Lernen und sozial-emotionale Entwicklung

Im September 2025 nahm die neu geschaffene Professur für Lernen und sozial-emotionale Entwicklung ihren Betrieb auf. Sie arbeitet im vierfachen Leistungsauftrag und dient als Informationsquelle für Schulen, Fachpersonen und Studierende.

Der Fokus liegt auf der Rolle der Schule als wichtige Sozialisationsinstanz für verschiedene Entwicklungsbereiche. Die Schwerpunkte – aus einer interdisziplinären Sichtweise betrachtet – umfassen: Sonderpädagogik, empirische Bildungsforschung sowie Entwicklungs- und Medienpsychologie. Im Mittelpunkt stehen dabei soziale Beziehungen und Gewaltprävention sowie sozial-emotionale und moralische Kompetenzen. Fragen zu Autonomie und Identität, soziale Verantwortung, Inklusion und Selbstbestimmung, Wohlbefinden und Resilienz gehören ebenfalls dazu.

Die Mitarbeitenden verbinden wissenschaftliche Grundlagen, Innovation und Lehre zu einem praxisnahen Gesamtansatz. Sie arbeiten mit Schulen, Bildungsbehörden sowie nationalen und internationalen Forschungsnetzwerken zusammen. Die Professur entwickelt und evaluiert evidenzbasierte Interventionen für Schulen, wie beispielsweise das Freundschaftsprojekt, das zu positiven sozialen Beziehungen in der Schule beiträgt.

Dozentur Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

  • Das Projekt Plurilinguale Sprachkompetenzen in der Bildungssprache (PluS), gefördert durch das Bundesamt für Kultur, wurde erfolgreich abgeschlossen. Klassenlehrpersonen haben mit Lehrpersonen in Heimatlicher Sprache und Kultur (HSK-Lehrpersonen) sprachsensible und multimediale Lernmaterialien entwickelt und im Unterricht eingesetzt. Die Materialien sind auf der Projektwebsite publiziert. Das Projekt wurde an nationalen und internationalen Tagungen präsentiert.
  • Das Kooperationsprojekt Anforderungen an die Sprachkompetenzen angehender Lehrpersonen (TASk DiFö), gefördert durch swissuniversities, will Chancengerechtigkeit in der Lehrpersonenbildung stärken. Gemeinsam wird definiert, welche mündlichen und schriftlichen Sprachkompetenzen in der Schulsprache Deutsch von Lehrpersonen im Beruf erwartet werden. Darauf aufbauend werden Diagnose- und Fördermassnahmen entwickelt und curricular verankert, um Studierende gezielt zu professionalisieren.
  • Die Dozentur brachte sich in unterschiedlichen Lehrformaten – wie Ausbildung, Studienvariante pi und Weiterbildung – ein und stärkte das Netzwerk intern wie auch extern, beispielsweise durch den Einsitz in der Redaktion Leseforum.

Open Science

Das Open-Science-Team (OS-Team) befasst sich mit Themen im Zusammenhang mit der Veröffentlichung von Forschungsdaten (Open Research Data (ORD)) und dem freien Zugang zu Publikationen (Open Access (OA)). 2025 hat es an nationalen Veranstaltungen wieder Love Data Week und der Open-Access-Woche teilgenommen und war aktiv in Gremien vertreten (bspw. SRDSN und AKORD). Das OS-Team unterstützt Forschende der PH Zug bei der Veröffentlichung von OA-Publikationen oder ORD durch Beratungen und Kurzschulungen. So wurden 2025 von 35 gemeldeten Publikationen 25 als Open Access publiziert. Die OA-Publikationen sind mehrheitlich im Online-Repositorium ZuRo verfügbar. Im Rahmen des Strategieprozesses 2027–30 führte das OS-Team zudem ein Projekt zum Thema «Open Educational Resources» an der PH Zug durch.

Weiterführend
Institut für internationale Zusammenarbeit in Bildungsfragen
Das Institut für internationale Zusammenarbeit in Bildungsfragen hat im Jahr 2025 neue Forschungsthemen erschlossen und die Zusammenarbeit mit Schulen intensiviert.
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Weiterführend
Zentrum Mündlichkeit
Im Berichtsjahr trieb das Zentrum Mündlichkeit Projekte zu mündlichen Prüfungs- und Leistungssituationen an Hochschulen voran, begleitete Datenerhebungen und organisierte Austauschformate für Dozierende.
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