
Vorwort Stephan Schleiss
Liebe Leserinnen und Leser
KI ist in allen Köpfen. Eine Zeitenwende für die Menschheit? Wir taumeln gerade etwas zwischen Euphorie und Endzeitängsten. Ich kann mir vorstellen, dass der Wind in der obligatorischen Schulzeit etwas weniger eisig weht als anderswo. Die grundlegenden Kompetenzen der Primarstufe und die vorbereitenden Kompetenzen der Sekundarstufe werden vielleicht weniger in Frage gestellt als Bildungsinhalte auf den höheren Stufen. Ich hoffe es ganz fest. Lesen, Rechnen und Schreiben bleiben die Grundvoraussetzung für die selbstbestimmte Teilhabe an der Gesellschaft. Sonst ist die Entwicklung absehbar: vorlesen, vorrechnen, vorschreiben. Vielleicht lässt sich die Kraft der guten Lehrerinnen und Lehrer mit KI vervielfachen. Vielleicht hilft KI den Schülerinnen und Schülern auch dort weiter, wo Unterricht nicht alle gleich gut erreicht.
Die Schule ist gefordert, weil sie bei all den neuen Individualisierungsmöglichkeiten ein Ort des sozialen Lernens bleiben muss. Ein Ort, wo miteinander, voneinander und füreinander gelernt wird. Die Aufgabe der Lehrperson bleibt die Kooperation – und nicht die Koordination. Das muss sie auch ihren Schülerinnen und Schülern vorleben.
Die PH Zug bereitet die zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer auf die neue KI-Realität vor. Im Berichtsjahr entstand beispielsweise die Broschüre «Künstliche Intelligenz. Praktische Hinweise für die Nutzung von KI im Unterricht». Über das Handwerkliche hinaus rückt bei Umbrüchen der Mensch stärker in den Fokus. Die Kinder und Jugendlichen beobachten uns genauer als sonst. Wo Lehrerinnen und Lehrer gelassen, pflichtbewusst und heiter bleiben – nicht aus Ignoranz, sondern im Wissen um unsere totale Abhängigkeit zu allen Zeiten –, da bleiben sie ein Vorbild an Menschlichkeit und geben ihren Schülerinnen und Schülern Halt. Komme, was da wolle. Auch daran arbeitet die PH Zug. Ich bin ihr sehr dankbar dafür.
Regierungsrat Stephan Schleiss
Präsident Hochschulrat


